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Beetles Revival Shop

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ÜBER UNS

Ein prägendes Erlebnis: Im zarten Alter von acht Jahren musste Martin Ebert erleben, wie seine Eltern ihr seltenes, vom ihm so sehr geliebtes VW Hebmüller Cabriolet bei einem VW-Händler in Zahlung gaben. Für 500 Mark! Das hat Ebert, heute 45, nie verwinden können. Obwohl seine Mutter den Wagen durch ein 1302 Cabriolet ersetzt hat, das, als es in die Jahre gekommen war, sein erstes richtiges Schrauberobjekt wurde. 
Im Sommer kann Ebert mit seiner Firma Beetles Revival 20-jähriges Firmenjubiläum feiern. VW Cabriolets sind, wie sollte es anders sein, neben normalen Käfern das Spezialgebiet. Einige Dutzend Cabrio-Restaurierungen, aber auch etliche Umbauten von Mexiko-Käfern, die nahezu bis ins Detail den originalen Cabriolets von Karmann entsprechen, stehen für die Kompetenz von Beetles Revival mit Sitz in Wöbbelin bei Ludwigslust.
 
 
LWL – diese Lettern stehen nicht nur für eine Kreisstadt in M/V mit schickem Schloss, sondern auch für „lange wildes Leben“. Das wünschen sich auch viele Cabriofahrer. Für sich und ihre Autos. Doch leider bekommen auch die VW Käfer 1303 Cabriolets, die, weil mit Abstand am meisten gehandelt, hier im Fokus stehen, mit zunehmendem Alter ihre Zipperlein.Als 1303 LS Cabriolet Ende `72 vorgestellt, wurde der letzte offene Käfer bis zum Februar 1980 gebaut. Lang ist die Zeit vorüber, als wirklich gute Exemplare mit geringer Laufleistung und wenig Rost noch leicht und zu vertretbaren Konditionen zu finden waren. Martin Ebert hat festgestellt, dass die Preise nach der Produktionseinstellung des Mexiko-Käfers sprunghaft angestiegen sind und nach wie vor klettern. Auch, wenn der Mexiko-Käfer mit den von Karmann gebauten Cabriolets nicht wirklich viel gemein hat.
Da heute selbst die jüngsten Exemplare rund 30 Jahre alt sind, ist ein spätes Baujahr längst kein Garant mehr für eine gute oder zumindest rettbare Substanz der Karosserie. Und die ist das absolute K.o.-Kriterium beim Kauf. 
Laut Ebert gilt die Faustregel, dass `73er und auch `74-er Baujahre oft wesentlich besser erhalten sind, als späte Exemplare. Als kritisch aufgrund mangelnder Blechqualität gelten 1303 Cabriolets ab Herbst `76 bis Mitte `78. Danach ging es in punkto Qualität wieder etwas bergauf. Dennoch – und das zeigen unsere Detailaufnahmen – sollten Interessenten das komplette Fahrzeug nicht nur von außen, sondern insbesondere von unten und auch innen sowie im Koffer- und Motorraum Detail für Detail unter die Lupe nehmen. Denn obwohl viele angebotene Fahrzeuge noch „ganz gut“ aussehen, handelt es sich bei vielen von ihnen um keinesfalls restaurierte, nicht einmal zumindest fachgerecht instand gesetzte, sondern leider oft nur um trickreich hingepfuschte Exemplare mit etlichen kaschierten Schwachstellen.
Die extreme Bandbreite zeigen die beiden von uns begutachteten 03er auf. Beides Ersthandfahrzeuge. Eines eine komplette Ruine. Das andere ein Exemplar, das bis auf die Türen, die bereits schon einmal ersetzt wurden, weitestgehend noch den ersten Lack hat, sicherlich Zuneigung braucht, um zu einem Spitzenfahrzeug zu werden, aber noch keine Durchrostung aufweist. Und das ist sehr, sehr selten. 
Mit überholtem Motor, neuem Verdeck, einer Teillackierung und großem Service würde dieser Wagen etwas über 20.000 Euro kosten. Und wäre dank seiner recht guten Grundsubstanz, der ersten Hand und einer Gesamtlaufleistung von nur 120.000 Kilometern preiswert. Denn, wie Ebert weiß, sind, seltene Glückfälle ausgeschlossen, Fahrzeuge in der Preisklasse bis 5.000 bis 6.000 Euro meist derart vom Rost befallen, wie es an dem weißen Exemplar offenkundig ist. Ein solches Exemplar restaurieren zu lassen kann schnell unwirtschaftlich werden. Kritisch ist auch die Preisklasse von rund 8.000 bis 12.000 Euro. Denn auch hier sind zahlreiche Blender im Angebot. Die als solche bezeichnet werden müssen, obwohl ihre Vorbesitzer meist bereits Unsummen in ihr Auto investiert haben und die Optik auf den ersten „o.k.“ erscheinen mag.
Denn fast keine Reparaturen und gar tiefer schürfende Instandsetzungen, sind, wie manche Interessenten heute noch glauben, käfertypisch günstig. Denn die Teile, zumindest alle Cabrio-spezifischen sind rar und teuer und insbesondere Karosseriearbeiten erfordern mehr als oberflächiges Bastelbuden-Knowhow. 
   Beispiel: das Verdeck. Sicher werden Dachhäute angeboten, die nur einige hundert Euro kosten. Allerdings ohne Montage, die Profiarbeit ist. Und wer`s richtig schick haben will, mit Sonnenland-Verdeckstoff, instand gesetzten Verdeckzangen, einem intakten Heckfensterrahmen und perfekter Details sollte zumindest 2.500 Euro einkalkulieren.
Vorsicht, wenn Anbieter ins Fabulieren kommen. „Die Tür“ oder noch schlimmer „die Türen sollte man ersetzen. Das ist kein großer Aufwand“. Bei diesem Ratschlag von Verkäufern müssen die Alarmglocken schrillen. Denn Türen, die mittlerweile nachgefertigt werden, kosten 1.400 Euro. Pro Stück. Und zwar nackt. Mit Aus- und Einbau, Konservierung, Lackierung, Umbau aller Komponenten, ggf. deren Instandsetzung, meist eher deren Ersatz wie den Schachtleisten und den ebenfalls Cabrio-spezifischen Dichtungen summieren sich die Einzelpositionen schnell auf 2.200 Euro. Und mehr, etwa, wenn der schicke Chromrahmen der Fenster bereits rostig ist…
Für die Komplettrestaurierung einer Karosserie inklusive der Erneuerung des Verdecks sowie einer Aufarbeitung der Innenausstattung veranschlagt Ebert 25.000 bis 30.000 Euro. Ohne Technik. Und selbst die ist heute alles andere als „billig“ in den Griff zu bekommen. Die Zeiten als laufende Käfermotoren an jeder Ecke für`n Appel und Ei zu bekommen waren, sind Vergangenheit. 800 bis 1.000 Euro ist der heutige Handelskurs für einen drehenden 1,6-Liter-Motor, dem klassischen Treibsatz für das 1303 Cabriolet, der nichts mehr hasst als bei hohen Temperaturen mit offenem Verdeck „getreten“ zu werden. Für die Überholung (Kolben, Zylinder, Wärmetauscher, div. Kleinkram) sollten rund 2.000 Euro angesetzt werden. Und selbst die als unkaputtbar geltende Schaltbox sollte vor dem Kauf geprüft werden. Falls Ersatz nötig ist, warnt Ebert vor Importen aus den USA, die zwar schick lackiert sind, mit denen er aber fast nur schlechte Erfahrungen gemacht hat. Nach seiner Erfahrung gibt es auch hierzulande nur ganz wenige Anbieter von überholten Getrieben, die solide Arbeit leisten.
Das miese an Kaufberatungen ist, dass man, um Fans vor Reinfällen zu bewahren, Autos schlecht schreiben muss, die es verdient haben, gelobt zu werden. Obwohl der Autor die älteren Modelle vor Baujahr `68 am meisten mag, war es eine Freude mit dem blass goldenen 03er Cabriolet übers Land zu fahren. Keine Frage: Käfer fahren hat etwas. Insbesondere bei schönen Wetter mit einem Cabriolet. 
Dass perfekt restaurierte Originale und zwar ohne besondere Extras heute über 40.000 Euro kosten, erscheint zunächst wie Wucher. Dabei ist es eigentlich nur die Summe der Kosten für die Anschaffung eines restaurierungswürdigen Exemplars, vieler teurer Komponenten, etlichen Stunden Arbeit und einer zugegebenermaßen großzügig kalkulierten Gewinnspanne. 
So traurig es klingt: Wer hohe Investitionen scheut und vor Stilbruch keine Scheu hat, ist mit einem soliden Gebrauchtexemplar des New Beetle Cabriolets sicher besser beraten…
p.s. Wer sich seinen Traum trotz knappem Budget verwirklichen will und das Abenteuer als Langzeitprojekt ansieht, sollte zwingend nach einem Auto mit guter Karosseriesubstanz Ausschau halten. Dazu zählen auch Importe aus den USA, Italien und Frankreich. Insbesondere die Ami-Heimkehrer sind aber ebenfalls mit Vorsicht zu betrachten. Und zwar nicht nur aufgrund ihrer Kat-Motoren mit Einspritzung, sondern, wie bei Fahrzeugen aus USA üblich, wegen der Kreativität der Amis, derbe Macken einfach weg zu spachteln.